Kindergeschirr: Frei von Schadstoffen, nachhaltig und praktisch - Utopia.de

2021-12-31 13:31:15 By : Mr. Alister Technology

21. April 2021 von Benita Wintermantel Kategorien: Eltern & Kinder

Die Babyindustrie hat hauptsächlich Kindergeschirr aus Melamin, Kunststoff oder Bambus im Angebot. Diese Produkte sind zwar allesamt chic und praktisch – aber häufig gesundheitsschädlich. Wir stellen dir hier schönes Kindergeschirr vor, das du unbesorgt verwenden kannst.

Wenn Babys anfangen, die Welt des Essens zu entdecken, ist das ein großer Schritt in der Entwicklung. Hochwertige und gesunde Nahrungsmittel und eine ausgewogene Ernährung sind wichtig, denn sie versorgen Kinder mit allen wichtigen Nährstoffen, stärken das Immunsystem und sorgen dafür, dass die Kleinen wachsen und gedeihen. Wichtig ist nicht nur, was auf dem Teller deines Kindes landet, sondern auch, aus welchem Material das Geschirr ist, von dem dein Kind isst.

Immer mehr Menschen möchten auf Plastik verzichten, das hat einen regelrechten Boom bei Kindergeschirr aus Bambus und Melamin ausgelöst. Diese Produkte sind aber wegen der Gefahr durch Formaldehyd inzwischen ebenfalls in Verruf geraten. Welches Material ist eine gute Alternative beim Kauf von Kindergeschirr?

Ein Problem, vor dem Eltern beim Kauf von Baby- und Kindergeschirr stehen: Die Verpackung lässt uns oft im Unklaren darüber, aus welchem Material das Kindergeschirr besteht. Die Hersteller sind bislang nicht verpflichtet, diese Angaben auf die Verpackung zu drucken.

Die gute Nachricht lautet: Inzwischen gibt es eine schöne Auswahl an Kindergeschirr, das die Umwelt schont und der Gesundheit nicht schadet. Wir zeigen dir hier Alternativen zu Plastik, Melamin und Bambus:

Kinder-Geschirr aus Melamin ist beliebt, denn die Teller und Becher aus dem leichten Material sind stabil, bruchsicher und sehen hübsch aus. Melamin hat aber ein großes Problem: Bei Temperaturen über 70 Grad können Produkte aus Melaminharz seine Ausgangsstoffe Melamin und Formaldehyd freisetzen, die Giftstoffe können in die Lebensmittel übergehen. „In Tierversuchen hat Melamin toxische Wirkungen gezeigt: Formaldehyd ist haut- und schleimhautreizend sowie als Allergen für Atemwege und Haut bekannt“, warnt die Verbraucherzentrale. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kam es in Tierexperimenten zu toxischen Wirkungen an der Blase durch Melamin.

Inzwischen gibt es zwar Grenzwerte für Melamin und Formaldehyd. Wenn dein Melamingeschirr Abnutzungen hat oder in der Mikrowelle erhitzt wird, kannst du diesen Grenzwert jedoch schnell überschreiten.

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Öko-Test hat neun Kindergeschirre im Labor untersuchen lassen – mit einem erschreckenden Ergebnis: Aus allen Produkten lösten sich zumindest geringe Mengen Formaldehyd, bei drei Geschirren fanden die Labore auffallend hohe Werte von Melamin oder Formaldehyd. Das Fazit der Tester: „Wir raten Eltern dazu, besser ganz auf Melamingeschirr zu verzichten.“

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Kindergeschirr aus Bambus sieht chic aus, ist stabil und hat den Ruf, besonders nachhaltig zu sein. Bambus ist aber keine gute Wahl, wenn es um Essgeschirr für Kinder geht. Bambus-Teller und -Schüsseln sind häufig mit Melamin beschichtet. Wie bei Melamingeschirr ist das Risiko groß, dass die enthaltenen Schadstoffe in die Lebensmittel übergehen. Die Verbraucherzentralen fordern ein Verbot von Bambusgeschirr mit Kunststoffanteil und auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor Bambusgeschirr.

Stiftung Warentest hat im Juli 2019 Bambusbecher getestet. Gut die Hälfte der Becher wurde mit „mangelhaft“ bewertet, weil sie unzulässige Mengen an Schadstoffen abgab, wenn sie mit heißen Flüssigkeiten gefüllt waren.

Ja, es gibt durchaus auch Becher, die die Grenzwerte nicht überschreiten. Hier besteht aber die Gefahr, dass das Material durch intensive Nutzung Kratzer oder Risse bekommt und doch Formaldehyd austritt.

Deshalb: Entscheide dich beim Kauf von Kindergeschirr sicherheitshalber für ein anderes Material.

Solltest du schon Bambus- oder Melamingeschirr daheim haben:

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Geschirr aus Kunststoff ist zwar praktisch, es hat aber ebenfalls einen Haken: Plastik wird aus fossilen Rohstoffen hergestellt und ist damit alles andere als nachhaltig. Leider beinhalten die Kunststoffe nicht selten gefährliche Schadstoffe, wie synthetische Weichmacher (Phthalate), Flammschutzmittel oder Bisphenol A (BPA).

Tipp: Wenn du Plastikgeschirr kaufst, sollte es auf jeden Fall BPA-frei und nicht aus Polycarbonat (PC) sein.

Inzwischen gibt es mehr und mehr Kindergeschirr aus Bioplastik, das heißt auf der Basis nachwachsender Rohstoffe. Statt Erdöl werden hier Palmblätter, Zuckerrohr, Bambus oder Mais verarbeitet. Das ist erstmal ein guter Ansatz – aber die Verwendung von essbaren Pflanzen für die Produktion steht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Wer Produkte aus Bioplastik kauft, sollte deshalb darauf achten, dass hierfür keine Nutzpflanzen verwendet wurden. „Würde Bioplastik hingegen aus pflanzlichen Abfällen hergestellt, wäre die Klimabilanz deutlich positiver“, so das Fazit einer Studie.

Wichtig zu wissen: Der Begriff Bioplastik trügt: Die Produkte sind nicht biologisch abbaubar und gehören bei der Entsorgung nicht in die Biotonne, sondern in den Restmüll.

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Emaille besteht aus den natürlichen Rohstoffen Quarzsand, Feldspat, Flussspat, Borax und Soda – und ähnelt in vielerlei Hinsicht Glas. Es ist stabil, rostet nicht und verträgt auch hohe Temperaturen. Und noch ein Vorteil: Emaille-Geschirr kann recycelt werden.

Fazit: Emaille ist bestens als Kindergeschirr geeignet.

Tipp: Behandle Emaille-Geschirr vorsichtig und reinige das Geschirr nicht mit kratzenden Schwämmen oder Bürsten. In tiefen Kratzern könnten sich Bakterien bilden. Auch zu schnelles Abkühlen solltest du bei Emaille-Geschirr unterlassen, beim Abschrecken unter kaltem Wasser kann das Emaille platzen.

Hier liegen Vor- und Nachteile auf der Hand: Kindergeschirr aus Glas oder Porzellan ist schadstofffrei und geschmacksneutral – aber leider nicht unkaputtbar.

Essanfänger haben häufig großen Spaß daran, das Gesetz der Schwerkraft wieder und wieder auszutesten und Schüsseln und Teller fallenzulassen. Für die allerersten Essversuche ist ein Porzellanteller keine gute Idee. Die Phase der Schwerkraft-Experimente ist allerdings meist genauso schnell vorbei wie sie gekommen ist. Und dann sind Kindergeschirr aus Porzellan und Trinkgefäße aus Glas eine gute Idee. Denn Kinder lernen so ganz nebenbei, wie wichtig es ist, auf Dinge aufzupassen und sie wertzuschätzen. Viele Kinder sind stolz, wenn sie wie die Großen von „richtigem“ Geschirr essen dürfen.

Fazit: Kindergeschirr aus Glas und Porzellan ist eine gute Wahl, allerdings nicht für die ersten Essversuche.

Edelstahlgeschirr hat einen großen Vorteil: Aus ihm können sich keine Weichmacher oder anderen Schadstoffe lösen. Dazu ist Edelstahl leicht, robust und geschmacksneutral. Und: Produkte aus reinem Edelstahl können recycelt werden.

Fazit: Edelstahlgeschirr für Kinder können wir empfehlen.

Flaschen aus Edelstahl haben nicht nur entscheidende Vorteile im Vergleich zu Einwegflaschen aus Plastik: Auch zu Trinkflaschen aus Plastik, Glas…

Holz ist langlebig, stabil und biologisch abbaubar – es braucht allerdings etwas Pflege. Wenn du Kindergeschirr aus Holz kaufst, solltest du darauf achten, dass das Holz unbehandelt ist. Lacke und Öle könnten Schadstoffe enthalten, die dann im Essen landen.

Fazit: Auch Holzgeschirr ist eine gute Wahl, es darf aber nicht in die Spülmaschine.

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Utopia meint: DAS perfekte Kindergeschirr gibt es nicht. Wenn dein Kind die ersten Essversuche erfolgreich gemeistert hat und Tellerchen und Schüsseln nicht mehr vom Tisch fegt, ist Keramikgeschirr in Kombination mit Trinkgläsern aus Glas eine gute Wahl. Diese Ess- und Trinkgefäße sind nachhaltig und frei von Schadstoffen. Für unterwegs eignet sich Edelstahl oder auch mal Bioplastik.

Das Kindergeschirr-Set von Lässig ist aus Porzellan, für einen sichereren Halt auf dem Tisch sorgt ein abnehmbarer Silikonring.

Kaufen: Das Set (erhältlich in verschiedenen Motiven) gibt es für ca. 30 Euro direkt bei Lässig oder bei** Amazon, Mytoys sowie Otto.

Edelstahlbecher sind dankbare und nachhaltige Begleiter für viele Jahre. Sie sind frei von BPA, Phthalaten, Weichmachern und anderen Schadstoffen – und quasi unkaputtbar.

Kaufen: Die Edelstahlbecher (300 ml Volumen) gibt es in vielen Varianten und mit unterschiedlichen Motiven, zum Teil mit Isoliersleeves, einzeln oder im praktischen Familienset. Ab ca. 6 Euro, nur über Kivanta.

Hier sind Schale und Löffel aus fein geschliffenem, unlackiertem Olivenholz und damit perfekt für Babybrei, Suppe etc.. Die Produkte werden in Deutschland hergestellt. Damit sie lange schön bleiben, solltest du sie nicht in die Spülmaschine geben und regelmäßig mit ein paar Tropfen Olivenöl einreiben.

Kaufen**: Ab ca. 33 Euro über Greenpicks.de oder Avocadostore, von anderen Herstellern auch bei Amazon oder Etsy.

Das Eisenbahn-Frühstücksset ist eine lustige Kombination aus Frühstücksbrettchen, Untersetzer, Tunneltasse und einer klassischen Holzeisenbahn. Sie ist kompatibel mit den klassischen Holzeisenbahn-Systemen. Brettchen und Untersetzer sind aus Buchenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Deutschland. Gefertigt wird das Set in einer sozialen Werkstatt in Deutschland.

Kaufen: Das Set gibt’s im Avocadostore** für ca. 35 Euro. Weitere coole Holzbretter gibt es zum Beispiel bei Lässig.

Praktischer Wärmeteller für Babys und Kinder, made in Germany. Der doppelwandige Kinderteller aus Porzellan wird mit warmem oder heißem Wasser befüllt, mit dem Naturkorken verschlossen und hält so Babybrei oder andere Mahlzeiten wohltemperiert. 

Kaufen**: Für ca. 18 Euro bei Hans Natur erhältlich.

Die bruchfeste Kindertasse mit Henkel und silbernem Rand ist langlebig, 100 % recycelbar – und kann individuell personalisiert werden. Die Tasse aus Emaille ist allerdings nicht spülmaschinen-geeignet.

Kaufen**: Mit vielen Motiven für ca. 18 Euro über Avocadostore. Eine große Auswahl an Emaillebechern für Kinder gibt’s auch bei Amazon, Etsy oder Ebay.

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